Die Universität Zürich hat falsche TV-Aussagen richtig gestellt.

3. November 2011

Am 12. September 2011 hat die Universität Zürich im Schweizer Fernsehen verlauten lassen, dass nur Patienten mit einem Ferritinwert unter 15 ng/ml von Eisengaben profitieren würden - eine fatale Fehleinschätzung, erst noch gegen die von der Universität Zürich selbst publizierten Studienresultate.

Am 3. November 2011 - also sieben Wochen nach Beginn der Desinformation - hat die Universität Zürich in der Schweizerischen Ärztezeitung eine Richtigstellung herausgegeben: Schon bei einem Ferritinwert unter 50 ng/ml können Eisenmangelsymptome entstehen - eine Bestätigung der Praxisstudie Eurofer der Swiss Iron Health Organisation SIHO.

Die SIHO dankt - auch im Namen der Ärzte und Patienten - der Universität Zürich für die prompte Richtigstellung der vorübergehend verzerrten Realitätsäusserungen.

Volksabstimmung über Atupri Krankenkasse

5. Oktober 2011

Die Krankenkasse Atupri verletzt Schweizerisches Recht. Offenbar ist ihr jedes Mittel Recht, Kosten einzusparen auch dann, wenn dadurch Frauen nicht geheilt und auf diese Weise diskriminiert werden.

Sie behauptet sogar, Behandlungen von Eisenmangelpatienten mit einem Ferritinwert über 30 ng/ml seien nicht zugelassen. Ein Sachverhalt, der von den Schweizer Behörden dementiert wird.

Ist es richtig, dass Atupri Frauen diskriminiert?

Stimmen Sie ab!

http://www.eisenplattform.org/index-Dateien/Page894.htm

Swiss Iron System SIS - Lehrgang über die Behandlung von Eisenmangelpatienten: jetzt online

26. September 2011

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO hat beschlossen, den Lehrgang für Diagnostik, Therapie und Prävention zu veröffentlichen. In der Schweiz - dem Entdeckungsland des Frühstadiums von Eisenmangel (Eisenmangelsyndrom) - gibt es mittlerweile fünfzig Ärztliche Eisenzentren. Es handelt sich dabei um Kompetenzzentren für Eisenmangelpatienten, die nach dem seit 2005 an einigen Tausend Patienten bewährten Swiss Iron System SIS arbeiten. Die Erfolgsquote gibt ihnen recht: zwei von drei Eisenmangelpatienten werden durch gezielt verabreichte individuelle Eisengaben nachhaltig geheilt. Diese Beobachtung wurde im Juni von der Universitätsklinik Zürich bestätigt.

Bisher erkennen in der Schweiz mehrere Tausend Ärzte ihre Eisenmangelpatienten auch schon im Frühstadium von Eisenmangel (Eisenmangelsyndrom) und geben ihnen das fehlende Eisen auf wirksame intravenöse Weise.

Das Wissen über das Eisenmangelsyndrom wird an den Universitäten nicht beigebracht. Deshalb übernimmt die SIHO die Verantwortung: Sie bietet den ersten Lehrgang für die Diagnostik, Therapie und Prävention von Eisenmangelpatienten an. So haben auch die “Nachahmer” eine reelle Möglichkeit, Ihre an einem Eisenmangel leidenden Patienten möglichst optimal zu behandeln.

Das Qualität des Swiss Iron System SIS wurde sowohl durch die Praxisstudie Eurofer der Ärztlichen Eisenzentren, sondern auch durch die wissenschaftliche Studie Ferrim der Universitätsklinik bestätigt.

EisenTV

14. September 2011

Am 12. September 2011 wurde das EisenTV aktiviert. Es handelt um ein Internet-TV, das sich mit dem Problem von Eisenmangel beschäftigt.

EisenTV bringt EisenNews, TV-Beiträge und eigene Produktionen.

Ironbook

14. September 2011

Ironbook - es muss ja nicht immer Facebook sein.

Chronisch erschöpft? Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmungen oder Schlafstörungen? Schwindel, Kopfschmerzen oder Nackenverspannungen? Haarausfall oder brüchige Nägel.

Eisenmangel?

Ironbook wurde für die Aufklärung über Eisenmangel entwickelt. Die Plattform ist (noch) nicht interaktiv. Es ist nicht möglich - wie auf Facebook beispielsweise - Erfahrungen auszutauschen. Dazu steht das Eisenforum unter www.ironforum.org zur Verfügung.

Ironbook ist die Eisenplattform, die über das Problem des Eisenmangels informiert. Wir sind seit dem 12. September 2011 auf Facebook präsent.

Wissenschaftliche Bestätigung

12. September 2011

1883 wurde nachgewiesen, dass Eisenmangel auch ohne Anämie krank machen kann. 1957 wurde das Eisenmangelsyndrom von der Universitätsklinik Innsbruck erstmals beschrieben und 1971 von der Charité Universitätsklinik Berlin bestätigt. 2006 wiesen Dr. Schaub und weitere Eisenspezialisten dessen Existenz und gute Heilbarkeit nach (Praxisstudie Eurofer mit 2168 Patientinnen): 65% fühlen sich bei korrigiertem Eisendefizit gesund oder deutlich besser. Eine von ihm konzipierte Pilotstudie Ferrim wurde an der Universitätsklinik in Zürich durchgeführt und hat seine Erkenntnisse 2011 bestätigt: Die Existenz des Eisenmangelsyndroms wurde bestätigt sowie auch die hohe Erfolgsquote, die bei Ferrim ebenfalls bei 65% liegt.

Allerdings hat die Pilotstudie Ferrim aufgrund der kleinen Patientenzahl (45) kaum genügend Aussagekraft. Insbesondere ist es aufgrund von Ferrim nicht möglich, einen unteren Ferritinwert zu definieren, bei welchem Symptome auftreten - ein Umstand, auf den die Autoren in der Studie speziell hinweisen.

Somit schlägt die Swiss Iron Health Organisation SIHO die Durchführung einer wissenschaftlichen Studie mit einer genügend grossen Patientenzahl vor, beispielsweise an drei Schweizer Universitätskliniken.

Gemäss einer Lausanner Studie von 2003, der aktuellen Pilotstudie Ferrim (2011) sowie der Eurofer-Praxisstudie ist es nachgewiesen, dass Eisenmangelpatienten mit einem Ferritinwert unter 50 ng/ml von gezielten Eisengaben profitieren.

Intravenöse Eisenbehandlungen - braucht es einen Kompromiss?

2. August 2011

Die Schweiz hat in den letzten Jahren eine Art Medizingeschichte geschrieben. Bis 2005 hat ausser den ärztlichen Eisenzentren praktisch noch niemand daran gedacht, Patienten schon im Frühstadium von symptomatischem Eisenmangel – dem Eisenmangelsyndrom IDS (Iron Deficiency Syndrome) – iv-Eisen zu verabreichen. Demgegenüber geben heute die meisten Hausärzte und Kliniken diesen Patienten das fehlende Element ebenfalls nicht mehr erst dann, wenn sich das Spätstadium der vermeidbaren Eisenmangelanämie eingestellt hat. Gegen neunzig Prozent der Schweizer Eisenmangelpatientinnen im Menstruationsalter leiden an einem IDS. Die restlichen zehn Prozent fallen auf die Patienten im Spätstadium der IDA – einer vermeidbaren „Komplikation“ des IDS.

Die so genannte „Iron Academy“, ein von Vifor gesponsertes „Gremium“, hat das Problem ebenfalls erkannt. Allerdings spricht man dort von einem Eisenmangel ohne Anämie „EoA“. Diese Bezeichnung ist zwar richtig. Sie unterscheidet freilich nicht zwischen symptomatischen und asymptomatischen Betroffenen. Auch asymptomatische Patienten können einen „EoA“ haben. (Die meisten Frauen im Menstruationsalter haben einen solchen). Somit besteht die latente Gefahr, dass sich künftig immer mehr Frauen – auch diejenigen ohne Symptome – behandeln lassen wollen, weil bei ihnen ein „EoA“ diagnostiziert wurde. Bisher gibt es noch keine Studien darüber, wie viele Patienten mit einem „EoA“ wirklich unter behandlungsbedürftigen IDS-Symptomen leiden. Die Swiss Iron Health Organisation SIHO ist daran, sich dieser Frage durch weitere Studien anzunähern. Eines steht aber mit Sicherheit fest: Es sind nicht alle Menschen behandlungsbedürftig, die einen „EoA“ haben, sondern nur diejenigen, die an einem IDS leiden. (Das

Problem des Eisenmangels ohne Anämie wurde in dieser Zeitschrift von Prof. F. Martius ausführlich thematisiert: 2009;9(15-16):294-299).

Aus diesem Grund verwenden wir den eindeutigen Begriff „Eisenmangelsyndrom“. Ein Syndrom ist in der Medizin charakterisiert durch das gleichzeitige Vorliegen verschiedener „Merkmale“ mit meist einheitlicher Ätiologie und wenig bekannter Pathogenese. Das hier beschriebene Eisenmangelsyndrom erfüllt alle diese Bedingungen. Die Merkmale (die Symptome und die Konstellation der entsprechenden Laborwerte) sind klar definiert. Die Ursache ist geklärt und durch individuell korrekt dosierte Behandlungen rückblickend zu über 80 Prozent bestätigt. Die Pathogenese ist in der Tat zwar noch wenig bekannt, gewisse Entstehungsmechanismen der durch Eisenmangel bedingten Symptome sind jedoch durchaus bereits nachvollziehbar. Der Begriff „Syndrom“ trifft also für das genannte Beschwerdebild unserer Ansicht nach definitionsgemäss zu. Diese Nomenklatur wird auch historisch untermauert: Das schon damals so genannte Eisenmangelsyndrom wurde 1957 an der Universität Innsbruck erstmals beschrieben und schliesslich 1971 von der Medizinischen Universitätsklinik der Charité in Berrin bestätigt.

Wir möchten die Kollegen deshalb aufmuntern, diese beiden Definitionen mit Bedachtsamkeit gegeneinander abzuwägen. Je stärker sich der Begriff „EoA“ hinterher nämlich auch im „Publikum“ herumspricht, desto höher liegt die Gefahr einer Art „Krankheitserfindung“ für die asymptomatischen Menschen mit einem „EoA“. Es soll nicht sein, dass durch die Einführung eines verwirrenden Begriffs die Umsätze der Eisenhersteller unnötig in die Höhe schnellen.

Das eigentliche Thema der beiden Leserbriefe betrifft die Eisendosierung. Zur iv-Eisenbehandlung von IDS-Patienten können folgende Varianten zur Anwendung kommen: Kleine Einzeldosen zu 0.05-0.1 g Eisen (Dr. Marko), angepasste Einzeldosen zu 0.2 (SIHO) oder „sportliche“ Einzeldosen zu 0.5-1.0 g Ferinject (Iron Academy). Weil die „sportliche“ Vorgehensweise in den USA immer noch nicht zugelassen ist, neigen wir grundsätzlich zur Vorsicht. Wir gehen davon aus, dass die Meinung der US-amerikanischen Medikamenten-Zulassungsbehörde FDA auch ihre Berechtigung hat (Bedenken bezüglich Sicherheit und Dosierung).

Die Nebenwirkungsrate nach 0.5 g Eisen (5.7%) liegt statistisch signifikant höher als nach Dosen zu 0.2 g (1.2%). Gemäss Fremdstudien liegt diese bei Einzeldosierungen mit 1 ganzen Gramm Eisen sogar noch höher („Paracelsus-Prinzip“).

Die Aussagen von Herrn Wuillemin müssen mit Bedachtsamkeit gewürdigt werden. Damit nämlich wirklich fundierte Aussagen möglich sind, braucht es Langzeitstudien, die bisher fehlen (Ferinject wurde erst 2008 eingeführt). Die bisherigen wissenschaftlichen Daten für die Behandlung des IDS beziehen sich auf Dosierungen zu 0.2 Gramm (z.B. Pilotstudie FERRIM, auf der die laufende Studie PREFER aufgebaut ist). Wissenschaftliche Studien für Ferinject finden sich bisher nur im IDA-Bereich, für den das Präparat entwickelt wurde. Dennoch wird Ferinject in der Schweiz mittlerweile auch bei IDS-Patienten eingesetzt, was faktisch einer Art „offlabel-use“ nahe kommt. Es ist beispielsweise noch keineswegs erwiesen, ob durch häufig rezidivierend überhöhte Ferritin-Peaks nicht vielleicht doch gewisse Leberschäden auftreten könnten, beispielsweise nach zwanzig Jahren?

Wir sind überzeugt von der Qualität von Ferinject, das wir auch täglich anwenden. Allerdings vorwiegend bei IDA-Patienten und denjenigen IDS-Patienten, die weniger oft „an die Nadel“ wollen - unter Inkaufnahme eines erhöhten Risikos für Nebenwirkungen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, die beiden Möglichkeiten mit dem Patienten zu besprechen. Zumindest sollte darauf hingewiesen werden, dass Ferinject nicht selten persistierende braune Flecken an den Injektionsstellen hinterlassen kann – und zwar „hinterhältig schmerzfrei“.

Solange die FDA Ferinject in den USA aus Sicherheitsgründen nicht zulässt und solange wissenschaftliche Studien für die Anwendung von Eisen-Hochdosen im IDS-Bereich fehlen, ist unseres Erachtens Sorgfalt indiziert. Nicht zuletzt besteht auch eine berechtigte Portion Skepsis angesichts der in dieser Zeitschrift erwähnten zwölf Todesfälle in den USA, die im Zusammenhang mit Ferinject aufgetreten sind (2010;19(12):221).

Sollte nämlich bei der iv-Behandlung eines Eisenmangelpatienten ein „Unfall“ auftreten, wäre unsere in der Schweiz erfolgreich aufgebaute „Eisenbewegung“ in Gefahr, die mittlerweile im Ausland „Fuss zu fassen“ beginnt. Die Durchsetzung der Anerkennung des IDS hat höchste Priorität – immerhin ist es weltweit seit über 50 Jahren in den Lehrbüchern nicht zugelassen, obwohl Eisenmangel gemäss WHO die häufigste globale Mangelerkrankung ist. In diesem Sinn übernimmt die Schweiz eine grosse Verantwortung. Es handelt sich um das erste Land überhaupt, das Eisenmangelpatienten schon im Frühstadium des IDS erkennt und wirksam mit iv-Eisen zu behandeln bereit ist (in allen anderen Ländern sind sowohl IDS als auch iv-Eisen „Fremdwörter“). Ein „Draufgängertum“ könnte fatale Folgen haben. Und eines sei garantiert: Die Behandlungen mit 0.2 g Eisen pro Infusion sind nicht nur statistisch besser verträglich. Die Wirksamkeit ist dieselbe wie bei Hochdosen, und zwar in derselben Zeitspanne.

Die SIHO empfiehlt folgende Dosierungs-Modalität: Die Berechnung der Eisenmenge für die Aufsättigungs- und nachfolgende Erhaltungstherapie (v.a. bei Frauen im Menstruationsalter) muss individuell erfolgen (so viel wie nötig und so wenig wie möglich). Für die Aufsättigung von IDS-Patienten empfiehlt die SIHO Einzeldosen zu 0.2 g, bei IDA-Patienten solche zu 0.5 g. Zwei Wochen nach der letzten Infusion zu 0.2 g findet die erste Nachkontrolle für die Prüfung des Therapieerfolgs (Diagnosesicherung) statt (3 Wochen nach der letzten Infusion zu 0.5 g). Bei der zweiten Nachkontrolle drei Monate (Regelblutungen) später kann der individuelle Eisenverlust bilanziert und diejenige Menge an Eisen berechnet werden, die künftig jährlich in bestimmten Intervallen zugeführt werden muss, damit ein Rückfall nachhaltig vermieden werden kann (Swiss Iron System SIS).

Atupri probt den Aufstand

18. Mai 2011

Der abtrünnigen Schweizer Krankenkasse Atupri scheinen alle Mittel recht zu sein, um sich vor der Bezahlung von Heilbehandlungen mit Eisen zu drücken. Da zu über 90% Frauen betroffen sind, muss von einer negativen (die Frauen diskriminierenden) Auslegung der Gender Medicin durch Atupri ausgegangen werden. Deren (männlichen) Kassenfunktionäre haben nämlich am grünen Tisch beschlossen, dass nur noch bei denjenigen Eisenmangelpatientinnen die Behandlung rückerstattet wird, deren Ferritinwert unter 30 ng/ml liegt. Dies hat zur Folge, dass etwa die Hälfte der Patientinnen die Behandlungen selbst bezahlen muss, um gesund zu werden - trotz regelmässiger Bezahlung der Prämien.

Geradezu übermütig, wenn nicht gar abenteuerlich ist die briefliche Begründung von Atupri, dass intravenöse Eisenbehandlungen in der Schweiz bei einem Ferritinwert über 30 ng/ml nicht zugelassen seien. Ein Sachverhalt, welcher der Ansicht der Schweizer Zulassungs-Behörden widerspricht. Es bleibt vorerst eine offene Frage, weshalb Atupri ihre Zahlungs-Verweigerung mit einem unzutreffenden Sachverhalt begründet.

In einem anderen Brief teilt die Krankenkasse aber dennoch mit, dass sie einen neuen Entscheid immerhin dann fällen werde, wenn die 2005 von Dr. med. Beat Schaub konzipierte wissenschaftliche Studie FERRIM der Universitätsklinik Zürich endlich publiziert werde. Diese bestätigt nämlich gemäss eines Vorabdrucks der Neuen Zürich Zeitung (2010) die Erfolgsquote der ärztlichen Eisenzentren von 65%. Die doch schon 2007 abgeschlossene Studie FERRIM wurde bislang allerdings nicht publiziert. Die Studienleiter haben kürzlich verlauten lassen, dass es noch “eine Weile” dauern werde - vielleicht sogar nochmals vier Jahre?

Atupri ist neugierig geworden, wenn auch noch nicht einsichtig - immerhin.

Die Ethikkommission, bei der die Studie eingereicht wurde, hat seit 2007 noch keinen Schlussbericht erhalten, den sie nun aber einfordern wird. Allerdings hat die Ethikkommission nicht die Möglichkeit, die Studienleitung zur Veröffentlichung zu drängen. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass die Studie gar nie publiziert werde - aus welchen Gründen auch immer.

Man könnte sich hypothetisch vorstellen, weshalb die Studie bisher nicht veröffentlicht wurde. Vifor stellt nämlich das dort verwendete Eisenpräparat Venofer her. Sie produziert inzwischen aber auch das neue Hochdosis-Präparat Ferinject, das seit 2008 auf dem europäischen Markt verfügbar ist und Venofer langfristig verdrängen soll. Im aktuell zu beobachtenden Werbefeldzug der Herstellerfirma für Ferinject wäre es für diese wohl ungünstig, eine gute Wirksamkeit des altbewährten und auch von der FDA gelobten Venofer zu veröffentlichen. Moderne Ärzte - so die Ansicht der Firma -, setzen auf das neue Hochdosispräparat, selbst wenn dieses unkontrolliert und in pauschalen Hochdosen verabreicht wird und nicht selten Nebenwirkungen verursacht oder braune Flecken hinterlässt. Dieses UFHD-Concept (uncontrolled flat high-doses) ist unseres Erachtens zu undifferenziert, um die Schweizer Kriterien der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erfüllen - im Gegensatz zum Swiss Iron System SIS (individuell dosierte und kontrollierte Behandlungen). Könnte es sein, dass die Auftraggeberin von FERRIM eine Veröffentlichung nun aus möglicherweise “plausiblen” Gründen verhindert? Schliesslich bringt Ferinject 25% mehr Kapital und muss im Gegensatz zu Venofer vorerst noch keine Konkurrenz fürchten. (Die FERRIM-Behandlungen wurden damals kontrolliert durchgeführt - ein Konzept, das von der Herstellerfirma inzwischen leider aufgegeben wurde).

Solange Ferinject in den USA wegen Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Dosierung von der FDA nicht zugelassen ist, raten die Swiss Iron Health Organisation SIHO sowie auch das Schweizerische Heilmittelinstitut (Swissmedic Seite 16) zu Bedachtsamkeit hinsichtlich Anwendung von pauschal dosierten und unkontrollierten Eisen-Hochdosen bei Patienten mit einem Eisenmangelsyndrom IDS. Immerhin sollen in den USA während der Studienphase zwölf Personen im Zusammenhang mit Ferinject gestorben sein.

Die neue Zürcher Zeitung NZZ, welche durch den Vorabdruck 2010 indirekt über die wissenschaftliche Bestätigung des Erfolgs von Eisenbehandlungen informiert hat, könnte vielleicht mithelfen, die Publikations-Geschwindigkeit der Universitätsklinik Zürich zu fördern. So käme immerhin auch Atupri endlich wieder zur Ansicht, dass Eisenmangelpatienten ihr fehlendes Eisen wirklich brauchen, um gesund zu werden - auch wenn der Ferritinwert über 30 ng/ml liegt. Und ab diesem Zeitpunkt müssten die Patientinnen ihre Behandlungen nicht mehr selbst bezahlen: eine ethische Notwendigkeit, sofern eine Krankenkasse ihre prämienzahlenden Patienten überhaupt ernst nimmt. Schliesslich hat auch Atupri (sonst eigentlich eine gute Krankenkasse wie alle anderen Schweizer Krankenkassen auch) die Eisenbehandlungen in den vergangenen zehn Jahren problemlos bezahlt.

Hinweis an Atupri

Ein unterer Ferritinwert, bei dem Symptome auftreten können, kann nicht pauschal definiert werden. Die Swiss Iron Health Organisation definiert einen Risiko-Ferritinwert von 75 ng/ml, unter welchem Eisenmangel-Symptome auftreten können. Die Untersuchungen der Swiss Iron Health Organisation SIHO zeigen: Bei 87% der Patienten lag der Wert unter 50 ng/ml (bei der Hälfte davon unter 25 ng/ml). Bei den restlichen 13% lag der Wert zwischen 50 ung 75 ng/ml (1428 Patientinnen).

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO protestiert gegen diese Frauen diskriminierende Vorgehensweise von Atupri und fordert die Krankenkasse auf, auf den Weg zurückzufinden.

Eisendosierung: Stellungnahme von Swissmedic

7. Mai 2011

Das schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat im Dezember 2010 in einer Newsletter (Vigilance News, ab Seite 16) Stellung zur Arzneimittelsicherheit bei intravenös verabreichtem Eisen bezogen.

Der Hersteller des neuen Hochdosis-Eisenpräparats Ferinject bewirbt das Produkt nicht zuletzt deswegen, weil es sicherer sei als ältere Präparate. Weil das Interesse der Medien am Thema Eisenmangel steigt und die Herstellerfirma eine gross angelegte Werbekampagne durchführt, könnten sich immer mehr Ärzte aufgefordert fühlen, Eisen intravenös zu verabreichen.

Aus diesem Grund beschloss die Swissmedic, eine Meta-Analyse über die Sicherheit von intravenösem Eisen durchzuführen: Es wurde eine systematische Literaturanalyse über schwerwiegende Nebenwirkungen von 2000 bis 2010 durchgeführt, gleichzeitig wurden Instituts-interne Pharmako-Vigilance-Daten (1990 bis 2010) zu diesem Thema ausgewertet.

Bei Behandlungen mit Venofer traten in den letzten 20 Jahren 34 schwerwiegende anaphylaktoide Reaktionen auf. Bei Behandlungen mit dem neuen Ferinject waren es hingegen 19 schwerwiegende anaphylaktoide Reaktionen innerhalb von nur 2 Jahren und 3 Monaten. Leider werden die absoluten Zahlen der mit Venofer und Ferinject behandelten Patienten nicht angegeben.

Obwohl die Daten als präliminär interpretiert werden müssen (keine Studien mit geeignetem Design, heterogenes Meldeverhalten der Ärzte), kommt Swissmedic zu folgendem vorläufigen Schluss:

Empfehlungen für die Praxis:

Falls Eisentabletten nicht den gewünschten Erfolg bringen, kommt nur noch eine intravenöse Behandlung mit Eisen in Frage. Falls die Indikation dafür gegeben ist, dann:

  • möglichst niedrige Dosierung
  • möglichst lange Infusionszeit
  • ausreichend lange Intervalle im Fall von mehreren Infusionen
  • lebensrettende Massnahmen bereitstellen, vor allem Adrenalin

Swissmedic ist bemüht, mehr Licht in die offenen Fragen zu bringen. Es wird von Swissmedic angekündigt, dass die Pharmaco-Vigilance-Daten ab Februar 2010 bessere Erkenntnisse liefern sollen.

Wissenschaftliche und historische Bestätigung des Eisenmangelsyndroms

7. Mai 2011

Die ärztlichen Eisenzentren führen unter der Obhut der Swiss Iron Health Organisation SIHO eine online-Qualitätskontrolle durch. Die Resultate werden regelmässig publiziert (dreimal seit 2006, nächste Publikation 2011). Dabei konnte auf reproduzierbare Art nachgewiesen werden, dass zwei von drei Eisenmangelpatienten durch intravenöse Eisengaben nachhaltig geheilt werden können (Patientenzahl 1428). Dazu werden die Befindlichkeit und Laborwerte vor einer Behandlung sowie deren Veränderung nach einer Behandlung sowie drei Monate später analysiert (Swiss Iron System SIS).

Erfreulicherweise hat die wissenschaftliche Pilotstudie FERRIM an der Universistätsklinik Zürich - nach dem SIS konzipiert wie die Arzneimittelstudie der SIHO - diesen Sachverhalt bestätigt. Die Studie wurde zwar noch nicht publiziert, dennoch hat die Neue Zürcher Zeitung nach einem Interview mit dem Studienleiter Ende 2010 darüber berichtet.

Nachdem schon 1957 die Universität Innsbruck die Existenz des Eisenmangelsyndroms erstmals beschrieben und 1971 die Charité der Humboldt-Universität Berlin den Sachverhalt bestätigt hat, gelten folgende Voraussetzungen:

Das von Dr. Beat Schaub 1997 wiederentdeckte und 2006 erstmals publizierte Eisenmangelsyndrom IDS (Iron Deficiency Syndrome) ist existent und kann durch intravenöse Eisengaben mehrheitlich erfolgreich behandelt werden, auch wenn diese Erkenntnis der Lehrmedizin bisher verborgen blieb. Nach der wissenschaftlichen Bestätigung durch die Neue Zürcher Zeitung sowie der historischen Bestätigung dürfte der Weg für die Zukunft einer Anerkennung des Eisenmangel-Frühstadiums geebnet sein. Innerhalb weniger Jahre ist es in der Schweiz gelungen, die Medizingeschichte neu zu schreiben: Die meisten Hausärzte und Kliniken erkennen und behandeln ihre Eisenmangelpatienten schon im Frühstadium des Eisenmangelsyndroms und warten nicht mehr - wie offiziell gelehrt - auf das einige Jahre später auftretende Spätstadium der Eisenmangelanämie.

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